Die Geschichte des Apfelweines

Historisches rund um den Apfelwein

Ob als Fruchtmus, Süßgebäck oder Erfrischungsgetränk, Äpfel lassen sich auf die vielfältigsten Arten und Weisen genießen. Besonders die Verwendung der Frucht als Apfelmost war auch schon unseren frühen Vorfahren bekannt. So hat der Apfelwein eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition.

Bereits vor über 3000 Jahren entdeckten die Griechen und Römer, dass sich aus süßen Fruchtsäften durch Gärungsprozesse säuerliche Getränke mit berauschender Wirkung herstellen lassen. Mit dem Begriff „Aschy“ wurde das dafür notwendige Auspressen der Äpfel bezeichnet. Jedoch fand der Apfelwein erst wesentlich später seinen Einzug in Deutschland, wo bis dahin der Rebenwein vorherrschte. Karl der Große bemühte sich 800 nach Christus erstmalig um eine ordnungsgemäße Herstellung des Sauren Mosts. In Nordspanien stellten die Basken im 11. Jahrhundert die erste richtige Kelter her und gewannen so den “Zagardua”. Mit der Zeit gelangte der “Cidre” als erfrischender Fruchtwein auch nach Frankreich. Wilhelm der Eroberer brachte den Apfelwein daraufhin 1066 während der normannischen Invasion als Cider nach Großbritannien. Heute sind die Engländer die größten Apfelweinkelterer Europas.

Apfelwein in Frankfurt

Der Untergang des Rebenweines läutete im 17. Jahrhundert in Frankfurt die Erfolgsgeschichte des Ebbelwois ein. Die stadtnahen Weinberge wichen Streuobstwiesen und die Winzer, Gärtner und Schiffer widmeten sich nun vermehrt der Apfelweinproduktion. Das strenge Reinheitsgebot, dem auch heute noch die Apfelweinkelterei unterliegt, findet 1638 in der Ratsverordnung der Stadt Frankfurt seinen Ursprung. Ausschenken durfte jeder, der eine Schankerlaubnis besaß. Im Jahr 1654 wurde das Ebbelwoi-Zapfen außerdem steuerpflichtig und deshalb von den so genannten „Kellervisierern“ strengstens überwacht. Das Heraushängen des Fichtenkranzes entwickelte sich zum Zeichen des öffentlichen Ausschanks und somit zu einem Symbol der Apfelweinkultur. Die Gebrüder Freyeisen gründeten 1817 die „Erste Frankfurter Apfelweinkelterei“ und exportierten ihre Produktion in zahlreiche Länder. Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Frankfurt 12 Großkeltereien sowie zahlreiche Kleinkeltereien und selbstkelternde Wirte.

Jedoch verlief die Geschichte des Apfelweins nicht immer reibungslos. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde es den Kelterern untersagt Apfelwein herzustellen. Das erste Verbot wurde im Jahr 1917 ausgesprochen. Wegen der Ernährungsnot sollten die Äpfel in Konserven aufbewahrt und nicht vergoren werden. In der Zeit des zweiten Weltkriegs richteten die Nationalsozialisten Früchteverwertungen ein. Diese dienten als offizielle Sammelstellen, wohin die Bevölkerung ihr Obst zu liefern hatte. Auf diese Weise gewährleisteten die Nationalsozialisten, dass die Äpfel nicht mehr zu Wein sondern nur noch zu Saft verarbeitet wurden. Denn als Saft lieferten sie ihren Konsumenten wichtige Vitamine. Glücklicherweise bildeten sich jedoch Logen, die sich dem Apfelwein-Kelterverbot widersetzten und so die Apfelweintradition aufrechterhielten.

So wurde der Schoppen im Laufe der Geschichte nicht nur zum Kultgetränk der Frankfurter sondern aller Hessen. Hier lassen sich heute  60 größere und kleinere Keltereien finden, die jährlich insgesamt rund 40 Millionen Liter Apfelwein produzieren.